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Der Wietzeabschnitt zwischen Prüßentrift und Große Heide soll noch in 2011 "renaturiert" werden. Auf Nachfrage einer Wietze-Anliegerin, die sich besorgt über eine mögliche Überschwemmungsgefahr geäußert, wurden wir am 24. April 2011 wie folgt von Frau Petra Kraus/Stadtentwässerung informiert:
Die Stadtentwässerung Hannover erstellt zur Zeit einen Antrag auf Plangenehmigung für die naturnahe Umgestaltung der Wietze im Abschnitt Prüßentrift – Große Heide. Auch in diesem bebauten Gewässerabschnitt gibt es Defizite, die gemäß der rechtlichen Vorgaben zu verbessern sind. Die Region Hannover unterstützt die Gewässerstruktur-verbessernden Maßnahmen mit Fördergeldern.
Ein Gewässer hat eine Durchgängigkeit und sollte daher inner- und außerorts eine „gesunde“ Struktur erhalten. Die geplanten Verbesserungsmaßnahmen sind kleinräumig und wirken sich nicht negativ auf den Hochwasserabfluss aus.
Anbei senden wir Ihnen Auszüge aus dem Plangenehmigungsantrag. Der Antrag ist noch in der Bearbeitung und wird nach Fertigstellung zunächst mit dem Unterhaltungsverband und städtischen Fachbereichen abgestimmt. Die kleineren Aufweitungen liegen auf städtischen Flächen. Private Grundstücke sind nicht betroffen. Es ist jedoch geplant, die Anlieger und den Bürgerverein vor Baubeginn zu informieren.
Einige weitergehende Informationen aus der Vergangenheit:
Auf Anfrage teilte uns die Stadtentwässerung Hannover am 13.02.2008 mit, dass die Wietzerenaturierung weiterhin verfolgt wird. Zur Zeit befände sich die Stadt in der Phase des Grundstückerwerbs.
Zeitgleich erfolgt eine Abstimmung des Flächenkonzeptes mit den Ämtern der Stadt Hannover. Es wird angestrebt, die Renaturierung in möglichst langen, zusammenhängenden Abschnitten zu realisieren, d.h. die Durchführung einer Vielzahl von Baustellen zu vermeiden. So bliebe die Einhaltung eines ganzheitlichen Konzepts gewährleistet. Erhöhte Kosten auf Grund einer Vielzahl wasserrechtlicher Genehmigungsverfahren und erforderlicher baulicher Anpassungen bereits renaturierter Abschnitte an anschließende nicht renaturierte Abschnitte (Sohlniveausprünge) werden vermieden.
Wann die Wietzerenaturierung auf größeren Abschnitten erfolgen kann, ist abhängig vom Verlauf des Grundstückerwerbs. Die Stadtentwässerung Hannover hoffte, dass 2009 eine entsprechende Renaturierungsmaßnahme durchgeführt werden kann.
Auf erneute Anfrage im Sommer 2010, also 12 Jahre nach dem Start der Planungen, ist von irgend einer Umsetzungsmaßnahme noch nichts zu sehen. Auf immer mal wieder in den vergangenen Jahren an die Stadtentwässerung gerichteten Rückfragen wurde uns die Antwort zuteil, dass entweder "andere, mit höherer Priorität versehene Projekte" das Wietzeprojekt aufgeschoben hätten oder aber - in jüngerer Vergangenheit - dass die "Planungen noch nicht abgeschlossen" bzw. "erforderliche Grundstücksankäufe noch nicht getätigt" seien.
Eine im August 2009 an Herrn Voßler gerichtete Bitte, zu unserer Herbstversammlung im November 2009 einen Zwischenbericht über den Sachstand des Projektes vorzutragen, wurde von diesem mit folgendem Hinweis abgelehnt: “Durch neue gesetzliche Anforderungen z. B. zum Hochwasserschutz oder Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie ergeben sich auch für die naturnahe Umgestaltung der Wietze im Stadtgebiet Hannover neue zu beachtende Aspekte.”
Gespannt erwarten wir die neuesten Ergebnisse wie z. B. den Gewässerentwicklungsplan für die Wietze. Nach wie vor verfolgt die Stadtentwässerung Hannover das Projekt "Wietze-Renaturierung" weiter. In diesem Jahre ist es uns dann im Vereinsvorstand einfach "zu dumm" geworden, und wir haben beschlossen, Herrn Voßler nahezulegen (Brief vom 15.06.2010), das ganze Projekt "still zu beerdigen, da es offensichtlich nicht weiter komme und in Isernhagen-Süd wohl auch kaum jemand noch darauf warte. Das aber wollte Herr Voßler wohl auch nicht so stehen lassen und gab mit einem Schreiben vom 28.06.2010 u. a. die folgende Erklärung ab: “Als kurzen Sachstandsbericht können wir Ihnen folgendes mitteilen: In der zweiten Jahreshälfte stehen die Ergebnisse des Gewässerentwicklungsplanes bevor, die wiederum in unsere Planungen einfließen. Bzgl. des Rahmenkonzeptes "Interkommunale Landschaftsraumentwicklung Hannover - Fuhrbleek- Isernhagen-Wiesenbachtal", federführend vom Fachbereich Umwelt & Stadtgrün betreut, hat es eine Abstimmung zur Flächenverteilung gegeben. Auf dieser Grundlage und in Abstimmung mit dem vorliegenden Entwurf des Gewässerentwicklungsplanes haben wir nun einen sehr umfangreichen Grunderwerbsauftrag für den Bereich Fuhrbleek erteilt. Der Fachbereich Wirtschaft hat für uns die Verhandlungen aufgenommen. Sehr geehrter Herr Mollnau, wir gehen auch weiterhin davon aus, dass der Wietzeausbau eine notwendige und sinnvolle Maßnahme ist und neben den angestrebten hydraulischen Verbesserungen den Stadtteil noch attraktiver machen wird.”
Die Planungen für die naturnahe Gestaltung der Wietze laufen aufgrund eines 1994 beschlossenen, landesweitem Programm zur Gewässerrenaturierung. Im Bereich der Stadt Hannover sind 16 Vorhaben in das Programm einbezogen, darunter die Wietze zwischen Laher Graben im Osten und der Strassenbrücke über den Reuterdamm im Nordwesten. Die ursprüngliche Zeitvorgabe sah eine Durchführung bis Ende 2001 vor.
Die Wietze nimmt das gesamte Regenwasser aus dem nördlichen und östlichen Stadtgebiet Hannovers auf. Auf weiten Strecken ist der Flusslauf sehr eintönig: In den sechziger Jahren wurde die Wietze begradigt und in ein künstliches Bett gezwungen. Der Fluss erhielt eine Uferbefestigung aus Reisgeflecht und Steinschüttungen. Nach der Flurbereinigung reichten die Äcker sehr nah an den Fluss heran; vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten wurde so das Leben schwer gemacht.
Nun will die Stadt Abhilfe schaffen, damit sich die Natur erholen und ein artenreiches Biotop entstehen kann. Dabei soll aber keine Wildnis entstehen, von der der Mensch ausgeschlossen ist, deshalb spielen die Bedürfnisse und Bedenken der Anwohner bei der Planung eine wichtige Rolle. So gibt es Befürchtungen, dass der Wasserspiegel steigt und Keller überschwemmt werden, wenn die Ufer der Wietze wieder eine naturnahe Form erhalten. Dies wird nach Meinung der Stadt jedoch nicht eintreten, da das Flussbett nicht erhöht wird.
Geplant ist, die künstlichen Uferbefestigungen zu entfernen. Der Fluss soll sich in einem bestimmten Streifen seinen Lauf wieder allein suchen dürfen. Damit die Wietze keine Wege unterhöhlt oder Äcker fortspült, erhält sie natürliche Grenzen wie etwa Erlenpflanzungen. Die Bäume wurzeln besonders fest und verhindern, dass das Ufer abgetragen wird. Steile Böschungen sollen aufgerissen und abgeflacht, mit Pflanzen befestigt werden. Um die Verlandung zu verstärken und die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren ist an bestimmten Stellen eine Kies- oder Sandschüttung im Flussbett geplant. Auf einer jeweiligen Länge von fünf bis zehn Metern wird das Bodensubstrat für Pflanzinseln hergerichtet, auf den Steinen können Tiere laichen.
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