Autofahrer profitieren von Fußgängern

Abschrift aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 16.09.2010, Stadt-Anzeiger Ost
(von Hans-Dieter Meinen)AusfahrtFasanenkrug06_k

Seit vielen Jahren drängen Anwohner, Autofahrer und Kunden des keine Einkaufszentrums am Fasanenkrug darauf, die gefährliche Verkehrslage an der Prüßentrift in Isernhagen-Süd zu entschärfen. Jetzt ist es so weit: Nach wochenlangen Bauarbeiten hat die neue Ampelanlage ihren Betrieb aufgenommen. Genaugenommen handelt es sich bei der neuen Ampel an der Varrelheide um eine alte Bekannte. Bisher hat sie ihren Dienst knapp fünfzig Meter weiter südlich in der Höhe der Üstra-Wendeschleife verrichtet; Stadtbahn-Fahrgäste, die an der Endhaltestelle ein- und ausstiegen, gelangten so sicher auf die andere Seite der Prüßentrift. Künftig werden die ÜSTRA-Kunden etwas weiter laufen müssen, um die Fahrbahn bei Grün überqueren zu können.

Dafür profitieren Autofahrer von der Verlegung der Fußgängerampel. Sie klagen seit langem, dass das Einbiegen aus der Varrelheide auf die Prüßentrift sehr riskant sei, weil sie bis auf die Fahrbahn vorfahren müssen, um die Hauptstraße stadteinwärts wenigstens ein Stück weit einsehen zu können. Tatsächlich kam es immer wieder zu Beinahe-Unfällen.

Ähnlich verhält es sich ein paar Meter weiter südlich, auf der gegenüberliegenden Seite der Prüßentrift. Den Kunden des kleinen Einkaufszentrums steht auf der Rückseite der Geschäfte ein Parkplatz zur Verfügung. Bei der Ausfahrt müssen sie bisher sehr viel Geduld aufbringen oder riskante Abbiegemanöver wagen, wenn sie nach links in Richtung Isernhagen-Süd fahren wollen.

Um derartige gefährliche Situationen zu vermeiden, sind einbiegende Autofahrer auf beiden Seiten der Prüßentrift künftig auf die Mithilfe von Fußgängern angewiesen: Nur wenn diese den Ampelknopf betätigen und Grün bekommen, müssen die Autos auf der Hauptstraße Vorfahrt gewähren. Deshalb hat der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide und der Bürgerverein Isernhagen-Süd in der Vergangenheit auch wiederholt gefordert, an dem Knotenpunkt eine so genannte Vollsignalanlage aufzustellen. Doch dem mochte die Stadt nicht folgen. Die Varrelheide soll für den Durchgangsverkehr nicht noch attraktiver gemacht werden, hieß es im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide. Stadtsprecher Dennis Dix gibt eine andere Begründung: Eine Vollsignalanlage sei aufgrund des Verkehrsaufkommens nicht erforderlich; ein Gutachten hätte das bestätigt. Nach Meinung des Fachbereichs Tiefbau wird die Fußgängerampel in Kombination mit einer Wartelinie und dem Hinweis “Bei Rot hier halten” für den stadteinwärts fließenden Verkehr den aus dem Einkaufszentrum und der Varrelheide kommenden Autofahrern aber nachhaltig helfen.

Eine weitere Ampelanlage entsteht nur einige hundert Meter weiter südlich vor dem Lidl-Markt in Bothfeld, also an der Burgwedeler Straße in Höhe von Eichentrift und Dachstrift. Wie an der Prüßentrift wird auch hier eine Druckampel installiert. “Ende September wird auch diese Ampelanlage in Betrieb genommen”, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Vor den Stadtbahngleisen soll aus Sicherheitsgründen ein versetztes Gitter dafür sorgen, dass Fußgänger nicht schnurstracks über die Schienen laufen. Die Gesamtkosten für beide Ampelanlagen belaufen sich auf 135 000 Euro.

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