Gärten der offenen Pforte - Laurins Garten

Laurins Garten 1An der Ecke Eichholz / An der Wietze befindet sich das Grundstück von Frau Lorenz. Einmal im Jahr öffnet sie es und bittet im Rahmen der Tage des offenen Gartens in Laurins Garten. Laurin war, wie wir wissen, ein Zwergenkönig,  der einen Tarnhelm besaß, der ihn unsichtbar machte, und einen Zaubergürtel, der ihn unbesiegbar werden ließ. Sein Reich war ein Garten mit den schönsten Blumen, wunderbar duftend, lediglich umgeben von einem Goldenen Band.

Die Sage vom König Laurin mag wohl Pate gestanden haben, als dem kleinen Paradies an der Wietze der Name gegeben wurde. 1949 hatte der Konservendosenhändler Prangenberg dieses Grundstück erworben und sein Haus gebaut. Er musste wohl in den schwierigen Nachkriegszeiten mit seinem Geschäft ordentlich Geld verdient haben und gute Beziehungen gehabt haben, um an das Baumaterial zu kommen.Laurins Garten  2

Später, als 1961 Familie Lorenz das Haus erwarb und danach umbaute stellte man beispielsweise fest, dass die Mauern ausgesprochen stabil gebaut waren und dass als Parkett Sperrholz aus dem Flugzeugbau verwandt worden war.

Etwa 1980 wurde das Haus umgebaut und ein durch einen kleinen Zubau ergänzt. Dabei wurde der bis dahin bereits gewachsene Garten liebevoll umgestaltet. Es war ein besonderer Glücksfall, für den Umbau und die Gartengestaltung den bekannten hannoverschen Architekten Peter Hübotter gewinnen zu können.  Hübotter ist in Hannover auch bei der Planung für die Neugestaltung des zerstörten Stadthallengartens bekannt.

Laurins Garten 3Als nach dem 2. Weltkrieg der zerstörte Stadthallengarten wieder aufgebaut werden sollte und 1951 die erste Bundesgartenschau in Hannover stattfinden sollte,  wurden im Mai 1949  die Landschafts- und Gartenarchitekten aller vier Besatzungszonen zu einem Ideenwettbewerb eingeladen. Im August entschied das Preisgericht das Wilhelm und Peter Hübotter, Hannover den ersten Preis für ihre Entwürfe erhalten sollten.

Zwei regionale Projekte von Hübotter sind besonders hervorzuheben: die Pflanzung von 100 Bäumen im „Kinderwald“ in Hannover- Mecklenheide zum 100jährigen Bestehen des Heimatbundes Niedersachsen und die Aktion der jedes Jahr zu besichtigenden Gärten der „Offenen Pforte in und um Hannover“ – eine Initiative, die inzwischen auch in anderen Bundesländern Nachahmung gefunden hat.

Laurins Garten 4Vor dem Haus wird der Gast in einem Pflastergarten mit breiten Staudenbeeten empfangen. Man geht durch eine Folge kleiner grüner Räume, in denen geordnete Wildheit angestrebt wird. Hinter dem Haus , vor einer dichten Gehölzkulisse öffnet sich  eine weite Rasenfläche, mit einem Saum aus Staudenrabatten und Rhododendronwällen. Auf schmalen Wegen entdeckt der Besucher einen großzügigen Teich mit Bachlauf, verschwiegene Sitzecken und seit einigen Jahren wunderbar in dieser Gartenlandschaft präsentiert afrikanische Kunst.  Im Mittelpunkt steht die Linde. Aus dem eigens für diesen Zweck hergestellten großen Suppentopf aus Ton, der mit Holzfeuer beheizt wird köchelt die wunderbarste Suppe nach einem Geheimrezept von Frau Lorenz. An Gartentischen sitzen die Gäste und verzehren die selbst gebackenen Kuchen, wobei der Zwetschgenkuchen manchen Isernhägener bis zu acht Mal den Garten besuchen lässt.

Laurins Garten – ein Geheimtipp in unserem Stadtteil.

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